Akupunktur in der Schwangerschaft
- Lesezeit: 13 Min.
- Veröffentlicht: 25.04.2026
Akupunktur bietet werdenden Müttern eine sanfte und medikamentenfreie Unterstützung bei typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit oder Rückenschmerzen. Darüber hinaus kann sie die Dauer der Geburt verkürzen.
Auf einen Blick
- Zeitpunkt: Akupunktur ist während der ganzen Schwangerschaft sinnvoll; zur Behandlung akuter Beschwerden, als Prophylaxe für Wassereinlagerungen sowie zur Geburtsvorbereitung.
- Wirkung: Viele Schwangere erleben eine spürbare Linderung ihrer Schwangerschaftsbeschwerden. Das wirkt sich positiv auf ihre psychische Verfassung und ihre Lebensqualität aus.
- Erfahrungen: Nach dem Einstich, der nur einen kleinen Pieks verursacht, spüren viele ein dumpfes Ziehen, ein Wärmegefühl, ein Schweregefühl oder ein leichtes Kribbeln um die feine Nadel.
- Kosten: Mit Zusatzversicherung für Komplementärmedizin kostet eine Akupunkturbehandlung zwischen 12 und 78 Franken; ohne Zusatzversicherung zwischen 120 und 156 Franken (Stand 06/2026).
Ab wann ist Akupunktur in der Schwangerschaft sinnvoll?
Akupunktur ist vor allem bei akuten Schwangerschaftsbeschwerden, zur Prophylaxe von Wassereinlagerungen (Ödemen) sowie zur Geburtsvorbereitung sinnvoll. Sie kann prinzipiell während der gesamten Schwangerschaft eingesetzt werden, sollte dann aber nur von erfahrenen Fachkräften durchgeführt werden.
Bei der Prophylaxe von Wassereinlagerungen beginne ich in der Regel ab der 17. SSW (Schwangerschaftswoche) mit wöchentlichen Akupunktur-Behandlungen. Bei der reinen Geburtsvorbereitung starte ich üblicherweise ab der 36. SSW mit wöchentlichen Sitzungen.
Bestimmte Akupunkturpunkte wie zum Beispiel am Bauch und am Beckenboden sind zu Beginn der Schwangerschaft tabu, da sie Wehen auslösen könnten.
Bei welchen Symptomen hilft Akupunktur in der Schwangerschaft?
Akupunktur ist ergänzend zur Schulmedizin ein bewährtes Mittel gegen typische Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit, Sodbrennen und Schlafstörungen sowie gegen körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen und Wassereinlagerungen (Ödeme).
Hormonelle Beschwerden
- Übelkeit und Erbrechen
- Sodbrennen (saures Aufstossen, Reflux)
- Schlafstörungen und grosse Müdigkeit
- Verstopfung und Blähungen
- Stimmungsschwankungen
- Heisshunger und Ekel vor bestimmten Lebensmitteln
- Kreislaufprobleme und Schwindel
Anatomische Beschwerden
- Rückenschmerzen
- Ischiasbeschwerden
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
- Karpaltunnelsyndrom (KTS)
- Symphysenlockerung
Darüber hinaus wird die Akupunktur oft in Kombination mit der Moxibustion eingesetzt, um Babys in Steisslage in die richtige Position zu bringen.
Bitte beachten Sie, dass die Akupunktur keine schulmedizinische Abklärung ersetzt. Lassen Sie insbesondere ernste Symptome wie starke Wassereinlagerungen (Ödeme) oder Bluthochdruck schulmedizinisch abklären.
Welche Wirkung hat Akupunktur in der Schwangerschaft?
Bei der Akupunktur werden körpereigene Glückshormone ausgeschüttet. Dies hat eine durchblutungsfördernde, muskelentspannende und schmerzlindernde Wirkung sowie einen harmonisierenden Effekt auf das Nervensystem. Die geburtsvorbereitende Akupunktur führt zu einer besseren Reifung des Muttermundes und lockert das Gewebe im Beckenbereich.
Eine Studie der Universitäts-Frauenklinik Mannheim aus dem Jahr 2000 hat gezeigt, dass sich bei Erstgebärenden die erste Phase der Geburt (die sogenannte Eröffnungsperiode) durch geburtsvorbereitende Akupunktur im Durchschnitt um etwa zwei Stunden verkürzen kann.
Akupunktur kann beschädigtes Gewebe nicht heilen. Wenn sie jedoch richtig angewendet wird, kann sie die natürlichen Heilungsprozesse des Körpers wirkungsvoll unterstützen. Dabei hat die Akupunktur den Vorteil, dass sie ohne Medikamente auskommt und praktisch keine Nebenwirkungen hat.
Welche Erfahrungen machen Schwangere mit der Akupunktur?
Schwangere erleben die Wirkung der Akupunktur bei Schwangerschaftsbeschwerden sehr unterschiedlich: Die Erfahrungen reichen von einer sofortigen Erleichterung über eine Abmilderung der Spitzen und eine Stabilisierung der Beschwerden in den Tagen nach der Behandlung bis hin zu keinem spürbaren Effekt bei etwa 10 Prozent der Frauen.
Auch wenn die Akupunktur die Schwangerschaftsbeschwerden in den meisten Fällen nicht vollständig heilen kann, erleben viele Schwangere eine spürbare Erleichterung, was ihre Lebensqualität steigert. Dank der Akupunktur fühlen sich die Frauen ihren Beschwerden nicht mehr so hilflos ausgeliefert. Ausserdem wird die Behandlung als willkommene Auszeit vom anstrengenden Alltag wahrgenommen.
In den Tagen nach der Behandlung berichten viele Schwangere von dem Gefühl, «wieder Oberwasser zu haben» und dadurch Kraft tanken zu können. Dies kann den stressbedingten Teufelskreis durchbrechen, dass die Angst vor der nächsten Attacke zu noch mehr Übelkeit führt.
Akupunktur bei Übelkeit
Bei vielen Schwangeren lässt das permanente Gefühl von akutem Brechreiz bereits während der Sitzung spürbar nach. Manche beschreiben diese Wirkung als «plötzliches Lösen eines Knotens im Oberbauch», wodurch sich eine angenehme Entspannung ausbreitet.
Schwangere, die keine direkte Erleichterung empfinden, berichten häufig, dass zumindest die Spitzen der Übelkeit abgemildert werden. Dadurch können sie ihren Alltag besser bewältigen und wieder kleine Portionen essen.
Andere Frauen empfinden eine zeitversetzte Wirkung in Form des sogenannten «Akku-Effekts»: Bei diesen Schwangeren stellt sich nach anfänglicher Müdigkeit eine zwei- bis dreitägige Phase mit geringeren Beschwerden ein, bevor die Symptome langsam zurückkehren.
Akupunktur bei Sodbrennen (Reflux)
Sodbrennen in der Schwangerschaft entsteht meist durch den Druck der wachsenden Gebärmutter sowie durch Schwangerschaftshormone. Viele Schwangere berichten, dass sich ihr Magen eingequetscht und hart anfühlt. Diese Beschwerden können sich im Liegen verschlimmern und zu Schlaflosigkeit führen.
Dank der muskelentspannenden Wirkung der Akupunktur fühlt sich der Magen nach der Behandlung meistens wieder weicher und weiter an. Dies führt oft zu einer spürbaren Linderung des sauren Aufstossens. In der Folge können Schwangere meistens wieder besser essen und ruhiger schlafen.
Schwangere nehmen die Wirkung der Akupunktur bei Sodbrennen körperlich häufig als Druckentlastung wahr. Betroffene Frauen berichten oft, dass sie nach der Akupunktur wieder tief in den Bauch atmen können, ohne dass sofort Säure hochkommt. Auch das drückende Völlegefühl, das oft schon nach wenigen Bissen auftritt, lässt nach.
Akupunktur bei Schlafstörungen
Durch die Akupunktur schüttet der Körper beruhigende Botenstoffen wie Serotonin und Endorphine aus (Glückshormone). Dies verringert die körperliche und psychische Anspannung und erleichtert das Einschlafen.
Schwangere empfinden während der Behandlung häufig ein Ziehen oder Kribbeln an den Einstichstellen gefolgt von einem Gefühl tiefer körperlicher Ruhe. Nach der Behandlung fühlen sie sich meist ausgeglichener und befreiter von Stress und Ängsten.
Viele Schwangere berichten, dass sie dank der Akupunktur abends weniger von Gedankenkarussellen geplagt werden, schneller einschlafen können und eine bessere Schlafqualität haben.
Akupunktur bei Rückenschmerzen
Die hormonelle Lockerung des Gewebes in Kombination mit dem wachsenden Babybauch kann bei Schwangeren zu einem Hohlkreuz führen. Diese Fehlhaltung überlastet mit der Zeit die Rückenmuskulatur. Die dadurch entstehenden Rückenschmerzen können die Bewegungsfreiheit der Frauen stark einschränken.
Besonders das Stehen, Gehen und das Finden einer bequemen Schlafposition empfinden die Frauen mit diesen Rückenschmerzen als mühsam und kräftezehrend. Sie beschreiben den Schmerz meist als dumpfen, konstanten Druck oder ziehenden Schmerz im Lendenwirbelbereich, der sich wie eine tiefe, erschöpfende Müdigkeit der Muskulatur anfühlt.
Schwangere empfinden Akupunktur bei Rückenschmerzen meist als sehr wohltuend, da sie diesen unangenehmen Schmerz in vielen Fällen deutlich lindern kann.
Akupunktur bei Wassereinlagerungen (Ödemen)
Anders als bei Übelkeit oder Rückenschmerzen verschafft die Akupunktur bei Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft in der Regel keine sofortige Linderung. Für einen spürbaren Effekt sind meistens etwa drei bis sechs Sitzungen erforderlich.
Manche Frauen, die bereits mehrere Schwangerschaften erlebt haben und dabei unter Wassereinlagerungen litten, berichten, dass es sich gelohnt hat, bei der zweiten Schwangerschaft früh genug mit der Akupunktur zu beginnen; etwa ab der 17. Schwangerschaftswoche (SSW).
Akupunktur bei Ischiasbeschwerden
Viele Schwangere berichten von einer spürbaren Linderung der ausstrahlenden Schmerzen und einer verbesserten Mobilität im Alltag. Oft tritt nach der Behandlung ein Gefühl von Wärme oder Lockerung im betroffenen Bereich auf. Die Wirkung wird häufig als vorübergehend beschrieben, sodass für anhaltende Linderung regelmässige Sitzungen nötig sein können.
Akupunktur bei Symphysenlockerung
Schwangere empfinden Akupunktur bei einer Symphysenlockerung oft als enorme Erleichterung, da sie den stechenden Schmerz im Schambereich und beim Gehen in vielen Fällen spürbar lindern kann.
Akupunkturpunkte: Wo werden die feinen Nadeln gesetzt?
Je nach Beschwerden stimuliere ich unterschiedliche Akupunkturpunkte. In den untenstehenden Ausklapp-Elementen finden sie einige Punkte, die bei bestimmten Beschwerden häufig stimuliert werden.
Akupunkturpunkte bei Übelkeit
Am bekanntesten ist der Punkt P6 (Neiguan) an der Innenseite des Unterarms, etwa drei Fingerbreit oberhalb des Handgelenks. Er wird manchmal auch mit einem Akupressur-Armband stimuliert.
Weitere häufig verwendete Punkte sind Ma36 (Zusanli, Aussenseite des Unterschenkels) und KG12 (Zhongwan, mittlerer Magen / Oberbauch).
Akupunkturpunkte bei Sodbrennen
Bei Sodbrennen werden häufig Punkte wie Magen 36 (Zusanli, Aussenseite des Unterschenkels) oder Ren 12 (Zhongwan, mittlerer Magen / Oberbauch) genadelt, um die Verdauung zu stärken und den Magen zu beruhigen.
Akupunkturpunkte bei Schlafstörungen
Bei Schlafstörungen werden zur Beruhigung häufig die Punkte HE7 (Shenmen, am Handgelenk), An Mian («ruhiger Schlaf», Halls / Nacken) und Yintang (zwischen den Augenbrauen) stimuliert.
Die Punkte MA36 (Zusanli, Aussenseite des Unterschenkels) und P6 (Neiguan, Innenseite des Unterarms) werden oft ergänzend eingesetzt.
Akupunkturpunkte bei Wassereinlagerungen
Zur Unterstützung der Durchblutung und des Flüssigkeitsausgleichs bei Wassereinlagerungen (Ödemen) werden häufig die Akupunkturpunkte MP9 (Yinlingquan, Innenseite des Unterschenkels), MP6 (Sanyinjiao, Innenseite des Unterschenkels) und Ma36 (Zusanli, Aussenseite des Unterschenkels) genadelt. Gelegentlich wird zusätzlich auch Ni7 (Fuliu, Innenseite des Unterschenkels) stimuliert.
Akupunkturpunkte bei Rückenschmerzen
Bei Rückenschmerzen in der Schwangerschaft werden häufig die Punkte BL23 (Shenshu, unterer Rücken / Nierenregion), BL60 (Kunlun, Aussenseite des Fussgelenks) und Ma36 (Zusanli, Aussenseite des Unterschenkels) akupunktiert.
Darüber hinaus werden oft auch lokale Punkte entlang der Blasenmeridian-Linie im Lendenbereich stimuliert, wie zum Beispiel BL25 und BL26.
Akupunkturpunkte bei Ischiasbeschwerden
Bei Ischiasbeschwerden werden Punkte entlang des Verlaufs des Ischiasnervs genutzt, wie GB30 (Huantiao, rechte Gesässregion), GB34 (Yanglingquan, Aussenseite des Unterschenkels) und BL40 (Weizhong, Kniekehle).
Ergänzend dazu können lokale Punkte der schmerzhaften Region im Gesäss- und Beinbereich genadelt werden.
Akupunkturpunkte bei Symphysenlockerung
Bei einer Symphysenlockerung werden in der Regel die folgenden Punkte stimuliert: MP6 (Sanyinjiao, Innenseite des Unterschenkels), Bl32 (Ciliao in der Sakralregion) und lokale Punkte im Bereich des Schambeins bzw. des Beckens. Dadurch werden die Schmerzen gelindert und die Beckenregion entspannt. GB30 (Huantiao, rechte Gesässregion) wird teilweise zusätzlich benutzt.
Geburtsvorbereitende Akupunktur
Bei der geburtsvorbereitenden Akupunktur werden in der Regel die folgenden Punkte genadelt: MP6 (Sanyinjiao, Innenseite des Unterschenkels), Bl32 (Ciliao, unterer Rücken/Kreuzbein) und Di4 (Hegu, zwischen Daumen und Zeigefinger der Hand) zur Unterstützung der Reifung des Muttermundes und zur Geburtsvorbereitung.
Da diese Punkte als wehenfördernd gelten, wird die geburtsvorbereitende Akupunktur typischerweise erst ab der 36. Schwangerschaftswoche (SSW) durchgeführt.
Besonders im ersten Trimester der Schwangerschaft sind folgende Akupunkturpunkte tabu, da sie wehenfördernd wirken können: MP6 (Sanyinjiao, Innenseite des Unterschenkels), Di4 (Hegu, auf dem Handrücken zwischen Daumen und Zeigefinger), Bl60 (Kunlun, zwischen Aussenknöchel und Achillessehne), Bl67 (Zhiyin, auf der Aussenseite des kleinen Zehs), GB21 (Jianjing, Schulter) und die Bauchpunkte unterhalb des Nabels. Einige dieser Punkte setze ich ab der 36. SSW (Schwangerschaftswoche) gezielt zur Geburtsvorbereitung ein.
Was kostet Akupunktur in der Schwangerschaft?
Eine Akupunkturbehandlung kostet in der Schweiz ohne Zusatzversicherung für Komplementärmedizin je nach Dauer zwischen 120 und 156 Franken; mit Zusatzversicherung zwischen 12 und 78 Franken (Stand 06/2026).
Die Zusatzversicherungen für Komplementärmedizin übernehmen in der Regel 50 bis 90 Prozent der Behandlungskosten, sofern die Therapeutin bzw. der Therapeut eine anerkannte Zertifizierung hat.
Ich bin vom ErfahrungsMedizinischen Register anerkannt (EMR zertifiziert). Unter dem folgenden Link finden Sie eine Liste der Krankenkassen, die das EMR-Qualitätslabel akzeptieren. Bitte klären Sie vor der ersten Behandlung, ob und in welchem Umfang Ihre Zusatzversicherung für die Behandlungskosten aufkommt.
TCM-Therapeutin: Xiaoyun Li
ZSR-Nummer: T639764
EGK-Therapeutennummer: 57381
Zahlt die Grundversicherung der Krankenkasse Akupunktur in der Schwangerschaft?
Die Grundversicherung der Krankenkasse übernimmt die Behandlungskosten nur, wenn die Akupunktur zur Behandlung von akuten Schwangerschaftsbeschwerden eingesetzt wird und von einer Ärztin oder einem Arzt mit entsprechendem FMH-Fähigkeitsausweis in Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) durchgeführt wird.
Die allgemeine geburtsvorbereitende Akupunktur wird hingegen nicht von der Grundversicherung übernommen. Behandlungen durch zertifizierte TCM-Therapeutinnen oder Hebammen sind ebenfalls nicht durch die Grundversicherung gedeckt.
Wie funktioniert die Abrechnung mit der Zusatzversicherung?
Nachdem Sie den vollen Rechnungsbetrag für die Akupunkturbehandlung bezahlt haben, erhalten Sie einen Rückforderungsbeleg. Diesen reichen Sie bei Ihrer Zusatzversicherung ein. Ihre Zusatzversicherung überweist Ihnen anschliessend den versicherten Anteil der Behandlungskosten.
Welche Leistungen bietet TCM Seerose für Schwangere?
Ich bin Xiayun Li, EMR-zertifizierte TCM-Therapeutin, und biete insbesondere Akupunkturbehandlungen und Moxa-Therapien während der Schwangerschaft sowie zur Geburtsvorbereitung in Ihrer Nähe an.
Neben den Behandlungen in meiner Praxis in Moosseedorf bei Schönbühl biete ich im Raum Bern auch Hausbesuche an. Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen!
TCM-Therapeutin: Xiaoyun Li
ZSR-Nummer: T639764
EGK-Therapeutennummer: 57381